Simprop Intention Elektro

Modell | Zubehör | Baubericht | Flugbericht | Fazit
allgemeine Tipps (Verzeichnis anzeigen)
Epoxid-Harz – Schutzmassnahmen gegen Hautreizungen und Allergien
Vorschalt-Drahtwiderstand 4.7Ω (3W) – Anti-Blitz-Schaltung selbst basteln
Einstellwinkeldifferenz (EWD) – Mit Microsoft Excel schneller ans Ziel
Elektrosegler | Höhe, Seite; Querruder, Wölbklappen | ab 2900g
2860mm | HQ/W-2.1 / 11.0% > 8.6% > 9.0% | 14.74 | 55.5dm²

Mitte 2009. Als ich die ersten Flüge mit meiner Simprop Solution XL Projekt Zwo absolviert hatte, wurde mir klar, dass ein zweiter, deutlich kleinerer Elektrosegler her musste. Ich vermisste die unkomplizierten «Feierabendflüge» mit meiner – bereits verkauften – Multiplex Cularis; sowohl der Transport, als auch die Anforderungen an den Startplatz gestalteten sich damals viel einfacher. Mehrere Modelle kamen in Frage: von Simprop die Big Excel und die Intention Elektro, der Graupner/Tangent Flamingo 2006 und aus dem Ostblock der Valenta Capucino. Aufgrund der positiven Erfahrungen gab ich wieder einem Allround-Segler aus Harsewinkel den Zuschlag: der Intention Elektro mit Power-Antrieb. Eine gute «Intention»?

Simprop Intention Elektro

Abbildung 1: ARF-Version der Simprop Intention Elektro mit teilweise individuellem Dekorsatz (Beschriftung, Kanji auf Fläche und Seitenruder, Simprop- und FASST-Logo).

Wie gesagt: die Qualität der Simprop|DE-Modelle aus Eigenproduktion ist aus Erfahrung sehr gut, doch leider patzen die Deutschen im Bereich der Information einmal mehr (falsche Photos im offiziellen Katalog «Modellbau-Neuheiten 2008 und Highlights» und auf der Website). So sind neben Internet-Foren vor allem Magazine mit Test-Berichten hilfreich, wenn auch mehrheitlich nur zur «normalen» Intention:

Dass ich die ARF-Version in weiss / ferrari-roter Bespannung bestellen würde, war mir klar, denn selbst könnte ich die Flächen nie so sauber bespannen! Daneben setzte ich vor allem ein Augenmerk auf die Antriebsauslegung, denn eine Hotliner ähnliche Leistung sollte für noch mehr Spassfaktor – und damit einer grösseren Abgrenzung zur Solution XL Projekt Zwo – führen. Bereits im Sommer begann ich mit den ersten Anschaffungen. Anfangs Oktober hatte ich sämtliches Zubehör (vgl. Kapitel 2) bis auf den Logger beisammen. Wegen eines Umzuges verzögerte sich der Bau (vgl. Kapitel 3) in den Frühling, und am 29. Mai 2010 könnte der Jungfernflug (vgl. Kapitel 4) erfolgen.

Doch alles der Reihe nach...

1. Modell – Markante Linienführung von Rumpf, Fläche und Leitwerk

weitere Informationen folgen...

  Herstellerangaben eigenes Modell
Spannweite 2860mm 2861mm
Länge 1325mm 1348mm
Flügelprofil HQ/W-2.1 / 11.0% > 8.6% > 9.0%
Flügelstreckung 14.74
Leitwerksprofil HQ/W-0 / 8.2%
Tragflächeninhalt 55.5dm²
Höhenleitwerksinhalt 6.8dm²
Fluggewicht ab 3300g 3275g
Gesamtflächenbelastung ab 53.0g/dm² 52.6g/dm²
Einstellwinkeldifferenz (EWD) +1.33° +1.20°
Schwerpunkt 88mm - 92mm 91mm
V-Form 1.5° / 4.0° (je Seite); ca. 2.5° (mittlere V-Form)
RC-Funktionen Höhe, Seite; Querruder, Wölbklappen (Butterfly); Motorregler
Preis €UR 443.20 CHF 683.05

Tabelle 1: Technische Daten der Simprop Intention Elektro in der ARF-Power-Version.
Quelle: Simprop [Juli 2006 / Juli 2007]

Auf den Bausatz werde ich in Kapitel 3 noch genauer eingehen. Zuerst jedoch ein paar Worte zum verwendeten Zubehör, das sich sehr eng an dasjenige in meiner Simprop Solution XL Projekt Zwo anlehnt...

2. Zubehör – Kabelbaum in der Länge von 23'000mm

Die Erfahrungen – nicht nur aus dem Modellflug – haben mich gelehrt, dass sich qualitativ hochwertiges Zubehör auszahlt. In der «kleinen Schwester» meiner Simprop|DE Solution XL Projekt Zwo sollten deshalb wieder ähnliche Teile zum Einsatz kommen: ein Empfänger und Digital-Servos von Futaba|EN, ein Regler von Kontronik|DE (kompatibel zu den ProgCards) und möglichst ein Enerland|EN LiPo (kompatibel zum Balancer-Kabel).

Alles in allem ist ein Kabelbaum in der Länge von rund 23'000mm zusammengekommen...

Empfänger ca. CHF 200.—
Servos ca. CHF 450.—
Regler ca. CHF 300.—
Motor, Spinner und Propeller ca. CHF 350.—
Akku ca. CHF 150.—
Logger ca. CHF 350.—

Tabelle 2: Ungefähre Kosten des verwendeten Zubehörs.

Wieder einmal bin ich in den Schweizer Fachhandel marschiert und habe tief ins Portemonnaie gegriffen: CHF 2500.— hat mich die Intention Elektro in der ARF-Version mit qualitativ hochwertigem Zubehör gekostet, das sind rund €UR 1700 (vgl. Tabelle 2). Hinzu kommen rund CHF 50 für den individuellen Dekorsatz. Die Flächen sind derart sauber bebügelt, dass sich der Preisvorteil der ARC-Version meiner Meinung nach nicht auszahlt. Ich denke jedoch, dass die Elektro-ARC-Version mit Aussenläufer-Motor und billigstem Zubehör für knapp über CHF 2000.— möglich wäre.

2.1. Empfänger

Vorbemerkung: Für Piloten, die keinem Verein angehören und somit öfters abseits von Modellflugplätzen fliegen, kommt IMHO (meiner bescheidenen Meinung nach) nur ein Übertragungsverfahren im 2.4GHz-Frequenzband in Frage! Da ich mit Futaba|EN bereits in der Vergangenheit gute Erfahrungen gemacht hatte und die Japaner mit ihrer FASST-Technologie als erste ein zuverlässiges System für den Modellflug anbieten konnten, kaufte ich mir im August 2008 den 10-Kanal-Sender T10CP.

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2.2. Servos

Der Einsatz von Digitalservos hat fast nur Vorteile: höheres Drehmoment, bessere Auflösung, bessere Neutralstellung und höhere Haltekraft. Über den höheren Stromverbrauch muss man sich allerdings im Klaren sein. So können zwei verklemmte Störklappen oder ein gleichzeitiges Betätigen aller Servos ein schwaches BEC bereits in die Knie zwingen (vgl. Kapitel 2.3). Zum Glück gibt die Datenbank Servomances|FR – Caractéristiques et Performances des Servos einen Anhaltspunkt der zu erwartenden Maximalströme (vgl. Tabelle 3).

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  Robbe FS 555 BB MG Digital Futaba S3150 Digital
Getriebe Metall Metall
Drehmoment 48.0Ncm 37.0Ncm
Stellzeit 0.11s/45° 0.19s/45°
Stromstärke Imax n.a. 615mA
Gewicht 21.0g 23.0g
Abmessungen 30.0mm x 28.0mm x 13.0mm 30.0mm x 29.0mm x 10.8mm

Tabelle 3: Technische Daten des Robbe Servos FS 555 BB MG und des Futaba Servos Slim S3150 Digital (4.8V).
Quellen: Robbe-Futaba [Oktober 2009]; Servomances [Oktober 2009]

2.3. Regler

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2.4. Motor, Spinner und Propeller

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Regler Kontronik Jive 60+ LV
Motor Kontronik Innenläufer Kira 500-26 mit Getriebe 6.7:1
Spinner Simprop Alu-Spinner Turbo Ø 45 / BW 8mm / Ø 6.0
Akku Enerland LiPo PolyQuest 3700XP 4S1P (25C)
Propeller aero-naut CAMcarbon 17.0 x 11" aero-naut CAMcarbon 16.0 x 10"
Stromstärke 47.1A 35.7A
Leistung Pin 662.4W 508.7W
Leistung Pout 587.1W 456.8W
Wirkungsgrad 88.6% 89.8%
Gewichtsbezogene Leistung 202.0W/kg 155.2W/kg
Drehzahl 5147rpm 5298rpm
Standschub 34.16N 27.66N
Strahlgeschwindigkeit 24.0m/s 22.4m/s
Steiggeschwindigkeit 8.58m/s 6.17m/s

Tabelle 4: Antriebsauslegung mit zwei verschiedenen Klappluftschrauben (425m über Meer; 1013hPa; 25°C).
Quelle: MotoCalc [August 2009]

2.5. Akku

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2.6. Logger

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Eagle Tree Systems eLogger V3

Abbildung 2: Eagle Tree Systems eLogger V3 (links) mit GPS Expander V4 (rechts).
Photos: Eagle Tree Systems

In puncto Zubehör ist alles geklärt; damit kann der Bau beginnen...

3. Baubericht – Schnelles Vorankommen dank komprimierter Bauanleitung

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linke Fläche 692g
rechte Fläche 695g
Rumpf und Kabinenhaube 1799g
Leitwerk 89g

Tabelle 5: Meine Intention Elektro kommt trotz 47g Eisen und Blei im Heck auf ein Totalgewicht von nur 3275g.

Epoxid-Harz – Schutzmassnahmen gegen Hautreizungen und Allergien

GesundheitsgefährdendZugegeben: ich würde ja eigentlich die Anforderungen für «giftverantwortliche Personen» des Bundesamtes für Gesundheit|DE (BAG) erfüllen, aber im Umgang mit Epoxid-Harz war ich anfangs wirklich nachlässig. Anfangs! Als ich ein paar Tage später wieder «Epoxy» anrührte, hatte sich mein Körper sensibilisiert und war für den «Kampf» bereit... So erwachte ich nachts geplagt von starkem Juckreiz an den Fingern und auf dem Handrücken. Überall bildeten sich Bläschen, die nässende Stellen hinterliessen und verkrusteten.Typische Anzeichen einer Allergie also, die höchstwahrscheinlich von den Harz-Komponenten Bisphenol A (hormonaktiv) und Epichlorhydrin (Krebs erzeugend), sowie von im Härter enthaltenen Aminen herrühren.

Beachte: Direkten Hautkontakt vermeiden, Schutzhandschuhe tragen und regelmässig wechseln (Epoxid-Harz durchdringt Latex und Vinyl bereits nach wenigen Minuten!), für genügend Belüftung sorgen, Einatmen von Harz- und Härterdämpfen (auch Schleifstaub der ausgehärteten Masse) vermeiden, nicht paralel essen oder trinken, anschliessend Hände gründlich reinigen und mit einer feuchtigkeitsspendenden Crème pflegen.

3.1. Fläche

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Kabelbaum

Abbildung 3: Selbst gebastelter Kabelsatz mit Multiplex Hochstromsteckern.

3.2. Rumpf

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Cockpit-AusbauFASST-Antennen

Abbildung 4 / 5: Das voll ausgebaute Cockpit (links) und die aus dem Rumpf geführten Antennen; ebenfalls zu sehen sind die Luftaustritte (rechts).

Vorschalt-Drahtwiderstand 4.7Ω (3W) – Anti-Blitz-Schaltung selbst basteln

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3.3. Leitwerk

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Leitwerk

Abbildung 6: Futuristisches Leitwerk mit fertig anscharniertem Ruder.

3.4. Endmontage und Programmierung

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Einstellwinkeldifferenz (EWD) – Mit Microsoft Excel schneller ans Ziel

Die Einstellwinkeldifferenz (EWD) lässt sich mit einer speziellen EWD-Waage messen oder mit Hilfe von einigen wenigen Längenmassen genau berechnen. In Internet-Foren findet man dazu verschiedene Excel-Arbeitsblätter; den allermeisten fehlt aber eine Funktion, die angibt, mit wie vielen Millimetern man die Tragfläche resp. das Leitwerk unterlegen muss.

Hier setzt das kleine Arbeitsblatt Einstellwinkeldifferenz (EWD) an. Es ist kompatibel zu Microsoft Excel ab Version 2007 und lässt sich einfach bedienen.

4. Flugbericht – Erwartete Leistung in (fast) allen Bereichen übertroffen

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4.1. Flugeigenschaften

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4.2. Avionik

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Video 1: GPS-Routen der ersten drei Flugtage über dem Areal des «Polo Park Zürich».
Quellen: Eagle Tree Systems [Mai 2010 / Juni 2010]; Google Earth [Juni 2010]

4.3. Logbuch

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  Starts Crashes Reparaturen Wartungen
2010 34 0 (0.00%) CHF 7.85
Total 34 0 (0.00%) CHF 7.85

Tabelle 6: Logbuch.

2010: Geglückter Jungfernflug; Ruder-Einstellvorgaben bereits nahe am Optimum, gute Fluglage. | Spitzenleistung liegt ca. 20% über dem errechneten Maximum und damit knapp über der zulässigen Dauerbelastung des Motors; Schwerpunkt und EWD passen perfekt. | «Fine Tuning» von Flugphasen und Butterfly abgeschlossen; die Kühlung über den Turbo-Spinner und die Luftauslässe arbeitet hoch-effektiv, die Temperaturen an Motor und Regler steigen nicht über 45°C. | Mikro-Riss gleich hinter dem Spinner repariert; Antennen werden mit aerodynamischen Verkleidungen aus flexiblem Silikon gegen Abknicken geschützt. | Leichte Tendenzen, nach Loopings über eine Fläche wegzukippen. | Im Rahmen von Midsummer-Wartungsarbeiten wird der Kontronik Regler Jive 60+ LV für ein kostenloses Software-Update auf die Version 9 zu Kontronik eingesendet (nach einer Sicherheitsabschaltung in Folge Überlastung oder Fehlbedienung hätte es vorkommen können, dass das BEC «länger als gewünscht» gebraucht hätte, um wieder volle Leistung zu bringen).

5. Fazit – Allrounder mit riesiger Geschwindigkeitsspanne gegen oben

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Dank (in alphabetischer Reihenfolge): Michael «Mike» Franz (Kontronik|DE), Walter Frehner (Frehner Folientechnik|DE), Gerd Giese, Robert «Röbi» Meier, Sabine Muff, Eckart Müller.

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ARF: Almost Ready to Fly
ARC: Almost Ready to Cover
BEC: Battery Eliminator Circuit
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